Soziale Jungs

Neujahr in anderen Kulturen

Wie feiern andere Kulturen Neujahr?

 

In den USA ist ein Höhepunkt der Feiern das am Times Square in Manhattan veranstaltete „Ball Dropping“, bei dem eine große beleuchtete Glaskugel vom Times Square heruntergelassen wird.
Im Süden der USA werden an Silvester meist Linsengerichte gegessen, da die Form dieser Hülsenfrucht mit Münzen assoziiert wird. Das Verzehren dieser Speise zu Neujahr soll Geldsegen und Glück bringen.
In Teilen Pennsylvanias, in denen früher viele deutsche Auswanderer lebten, zählt außerdem Sauerkraut zu den traditionellen Gerichten.
Am ersten Tag des neuen Jahres gilt die Regel „nothing goes out“. Kein Gegenstand darf das Haus verlassen, nicht einmal der Müll. Wer diese Regel missachtet, soll im neuen Jahr von Pech verfolgt werden.

 

In England gibt es kaum private Feuerwerke, die meisten Familien veranstalten diese bereits am 5. November am Guy Fawkes Day. In größeren Städten wie zum Beispiel London gibt es große organisierte Feuerwerke, das größte am Riesenrad „London Eye“, das sich unzählige Menschen entweder live oder im Fernsehen ansehen.

 

In Griechenland beginnt man das neue Jahr spielend – an Silvester und Neujahr werden jedes Jahr Beträge in dreistelliger Millionenhöhe verzockt. Zu Hause oder im Casino wird bei Karten- und Würfelspielen das Glück herausgefordert. Denn wer in dieser Nacht gewinnt, tut das auch in den kommenden zwölf Monaten.

 

In Frankreich geht es zu Silvester relativ ruhig zu. Man trifft sich mit Freunden und Verwandten zum Abendessen und begrüßt das neue Jahr meist mit Champagner, Foie Gras und Austern.
In großen Städten wie Paris sind Raketen komplett verboten. Die größte Silvesterparty steigt auf der Nobelstraße Champs-Elysées, wo sich tausende Menschen treffen, um gemeinsam zu feiern, zu tanzen und sich zu küssen.

 

In Spanien glaubt man, Weintrauben brächten Glück im neuen Jahr. Um Mitternacht essen sie deshalb bei jedem Glockenschlag eine Traube, wer sich verzählt, wird im nächsten Jahr Pech haben. Viele Supermärkte bieten in der Zeit vor Neujahr deshalb extra Konservendosen mit exakt zwölf Trauben an.

 

In Bulgarien geht das Jahr bereits mit Prügeln los, denn Schläge auf den Rücken sollen Gesundheit und Reichtum bringen. Dazu wird ein Kirschbaumast bunt geschmückt, mit dem die Kinder von Haus zu Haus ziehen und den Bewohnern auf den Rücken schlagen, während sie ihnen ein glückliches neues Jahr wünschen. Dafür bekommen sie kleine Geschenke wie Süßigkeiten oder Kleingeld.

 

In Tschechien pflegt man neben dem Brauch des Bleigießens auch den Brauch des Apfellesens. Dazu wird ein Apfel halbiert und am Kerngehäuse das Schicksal für das kommende Jahr gedeutet. Sind die Kerne kreuzförmig angeordnet, bringt das neue Jahr Unheil, Kerne in Sternform deuten auf Glück hin. Auch hier werden wie in den USA Linsen für Wohlstand in nächsten Jahr gegessen.

 

Nouruz ist der Name des Neujahrs- und Frühlingsfestes, das am 20. oder am 21. März vor allem im iranischen Kulturraum gefeiert wird. Seit dem 10. Mai 2010 ist Nouruz auf Beschluss der 64. Generalversammlung der Vereinten Nationen als internationaler Nouruz-Tag anerkannt. Die Generalversammlung stellte in ihrer Erklärung fest, dass Nouruz ein  von mehr als 300 Mio. Menschen seit mehr als 3000 Jahren auf der Balkanhalbinsel, in der Schwarzmeerregion, im Kaukasus, in Zentralasien und im Nahen Osten gefeiert wird. Seit dem letzten Jahrhundert hat sich Nouruz weit über den Iran, der Türkei, den Irak, Syrien und Zentralasien verbreitet. Außerdem feiern heute Menschen Nouruz in Russland und im Balkan.

 

In Japan ist Silvester ein Familienfest. Man isst gemeinsam ein traditionelles Essen, das „Osechi“ genannt wird und dessen einzelne Gerichte eine bestimmte Bedeutung in Bezug auf das neue Jahr haben. Der Name einer japanischen Bitterorange, Daidai, bedeutet z. B. auch „von Generation zu Generation“. Es symbolisiert den Wunsch nach Kindern im neuen Jahr. Auch Bohnen werden häufig gegessen, die im Japanischen „mame“ heißen, was auch Gesundheit bedeutet.
Ein weiterer fester Brauch ist es, Neujahrskarten zu verschicken, ähnlich unseren Weihnachtskarten. Diese Karten können gekauft oder vorgedruckt sein, viele Japaner basteln sie jedoch selbst. Postämter liefern sie genau am 1. Januar aus, wenn sie mit dem Zusatz "Neujahrskarte" gekennzeichnet und bis zu einem bestimmten Tag in ein extra eingerichtetes Postfach geworfen wurden.

 

Auch in China ist Silvester der Familie gewidmet. Das chinesische Neujahr fällt aufgrund der Verwendung des Lunisolarkalenders jedes Jahr auf einen anderen Tag zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar. Das Neujahrsfest umfasst insgesamt fünfzehn Tage, von denen drei als gesetzliche Feiertage festgelegt sind; alle stehen im Zeichen der familiären Gemeinschaft.
Am fünfzehnten Tag wird das Laternenfest begangen: Kerzen und Lampen werden angezündet, um den Geistern den Weg nach Hause zu erhellen. Dieses Fest markiert das Ende der Feierlichkeiten.
Vor dem Neujahrsfest wird meist alles erneuert: das Haus wird geputzt, die Wände gestrichen, neue Kleidung gekauft. Damit will man Altes abschütteln und dem Neuen Platz machen. Außerdem wird viel Süßes gegessen, um das neue Jahr dementsprechend zu würzen.
Viele Unglück-bringende Dinge werden nur deshalb als solche angesehen, weil ihre Aussprache ähnlich der Aussprache negativ behafteter Worte ist. So glauben Chinesen beispielsweise, es bringe Unglück, während der Neujahrstage Bücher zu kaufen, da das Wort Buch im Chinesischen genau so klingt wie das Wort "verlieren". Auch Haareschneiden bringt Unglück, das Wort hat Ähnlichkeiten mit dem chinesischen Wort für Wohlstand. Schnitte man sich das Haar, so kürzte man auch seinen Wohlstand. Ebenso sollte weiße Kleidung vermieden werden, da diese in China zu Beerdigungen getragen wird.

Wie feierst du Neujahr? Schreibe uns: info@sozialejungs.de!

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Quellen:
http://www.ffn.de/aktuell/ffn-now/silvester-international.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Nouruz



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